Am 17.01.2025 besuchte GüT die Bergmann Brauerei auf dem Gelände Phoenix-West in Dortmund-Hörde. In der aufschlussreichen und kurzweiligen Besichtigungstour verwies die Führerin Esther auf die lange Brautradition in Dortmund. Sie ging detailliert auf die Geschichte ein und erklärte während des Rundganges anschaulich den Brauprozess. Begleitend gehörte natürlich auch die Verkostung der hauseigenen Biere dazu.
Historie
Die Bergmann-Brauerei hat Tradition: 1796 im Dortmunder Stadtteil Rahm gegründet, beschäftigte sie im Jahr 1966 einhundert-neun Mitarbeiter und erreichte einen Ausstoß von 96.000 Hektolitern Bier. Im Zuge des Brauereisterbens wurde die Brauerei jedoch 1972 geschlossen. Erst drei Jahrzehnte später erkannte der Mikrobiologe Thomas Raphael in der kleinen, weitgehend vergessenen Marke Bergmann seine Chance: Er erwarb die abgelaufenen Markenrechte und baute ab 2007 die Produktion der Bergmann-Biere mit viel Eigeninitiative kontinuierlich wieder auf. 2010 errichtete er eine kleine Braustätte im Dortmunder Hafen. 2017 erfolgte die Verlegung und Erweiterung zum neuen Standort Phoenix-West in Dortmund-Hörde. Seitdem wird hier unter dem Motto „Harte Arbeit - Ehrlicher Lohn“ das Bergmann-Bier gebraut.
Führung durch die Brauerei - Handwerkliche Braukunst
Zu Beginn der Führung wurde die Gruppe mit einem klassisch hefetrüben Export-Bier willkommen geheißen. Beim Rundgang zeigte Esther, wie die moderne handwerkliche Kleinbrauerei aufgestellt ist. Vom Malzsack bis hin zur Abfüllung der Biere ist der Brauprozess hautnah nachvollziehbar. Und selbst das Bierbrauen konnte von einem der Besucher in einem „Schüttelbecher“ nachvollzogen werden. Eindrucksvoll ist zu sehen, wie eine Abfüllanlage in kleinem Maßstab funktioniert. Auch die Flaschenabfüllung und die Verkorkung geschieht bei Bergmann manuell.
Geschmackliche Nuancen
Spannend ist es, bei der Verkostung verschiedener Biersorten die Bieraromen geschmacklich einzuordnen. Dabei ist zunächst der Geruchssinn gefordert. Unter Anleitung wurde außerdem erklärt, wie die verschiedenen Geschmackszonen auf der Zunge zur Beurteilung des Biergeschmacks beitragen.
Die Stehbierhalle
Die Brauerei betreibt nach alter Tradition eine Stehbierhalle. Esther erklärte, dass Stehbierhallen früher meist den Brauereien als Probierraum angeschlossen und zum Kennenlernen der Biere gedacht waren. Die Bergmann-Brauerei möchte mit ihrer Stehbierbierhalle neben der Pflege der Tradition auch bewusst machen, dass hier alle handwerklich gebrauten Biere - auch immer wieder neue Sude - frisch vom Fass angeboten werden.
Kultstätte Bergmann-Kiosk
Esther erläuterte auch die Kultur der ehemaligen „Büdchen“ im Revier. Thomas Raphael entdeckte am Hohen Wall in der Dortmunder Innenstadt ein solches Büdchen, einen leerstehenden Kiosk im Stil der 50er Jahre. Er übernahm diesen von der Stadt Dortmund und erwarb 2013 dort eine Biergartenkonzession. Der Bergmann-Kiosk wurde damit zu einer weiteren Erfolgsgeschichte und ist inzwischen zu einer echten Kultstätte geworden.
Initiator: Klaus Runte
© Gruppe GüT (Bezirk Dortmund)
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