Am 22.05.2025 fand sich ein interessierter Kreis zusammen, um die Historie einer alten Wassermühle in Holzwickede in der ehemaligen Bauernschaft Natorp zu entdecken.
Der Eigentürmer Markhart Ulrich führte durch die historische Wassermühle und gab einen Einblick in die Geschichte:
Die Gemeinde Holzwickede kann inzwischen nachweislich auf über 560 Jahre Mühlengeschichte zurückblicken. 1465 wird die Natorper Mühle das erste Mal urkundlich erwähnt. Das Mühlenwesen ist in dieser Zeit im adeligen und geistlichen Besitz. Mit der Natorper Mühle gibt es im Jahr 1728 nur eine bürgerliche Mühle im Landkreis Hamm. Erst 1810, als der „Mühlenbann“ aufgehoben wird, entfällt für die Bauernschaften der Zwang, das Korn in der landesherrschaftlichen Mühle in Langschede mahlen zu lassen. Durch diese Entwicklung gewinnt die Natorper Mühle eine größere Bedeutung: Ein zweiter Mahlgang wird eingefügt, und nunmehr wird das Korn für die vier umliegenden Bauernschaften gemahlen. Im Jahr 1842 schließen sich diese Bauernschaften zum Ort „Holtwickede“ zusammen, und das Gelände rundherum wird im Jahr 1863 erstmals kategorisiert.
In den Folgejahren gibt es verschiedene Aus- und Umbauten wie z. B. einen neuen Fachwerkbau mit einem hohen Schornstein, um eine Dampfmaschine als alternative Kraftquelle zur Wasserkraft nutzen zu können. Im Zeitalter der Industrialisierung erfolgen ab Anfang des 20. Jahrhunderts einige weitere technische Entwicklungen. So wird zunächst ein Sauggasmotor angeschafft, und mit dem Anschluss an das Stromnetz wird ab 1920 auch ein Elektromotor eingesetzt. 1952 kauft der Müller Kilian Ulrich, Vater des jetzigen Eigentümers Markhart Ulrich, die Natorper Mühle. Ende der 1950er Jahre muss er dann allerdings den kommerziellen Betrieb aufgeben. Starke Unwetter führen 1968 zur Überflutung des Mühlenteichs und zerstören auch das bis dahin noch erhaltene hölzerne Mühlrad. Heute sind davon nur noch Relikte zu erkennen. 1994 bemühte sich der Historische Verein Holzwickede, das Mühlrad und die Mühle wieder herzustellen. Das Projekt scheiterte jedoch aus Kostengründen.
Spannend war für alle Beteiligten die Begehung der dreigeschossigen Mühle. Der Geist längst vergangener Zeiten war an vielen Stellen allgegenwärtig: Handgefertigte Werkzeuge und Maschinenteile, die für den Betrieb der Mühle gebraucht wurden, sorgten für Bewunderung. Ebenso konnte man nachempfinden, wie mit viel manuellem Geschick in den vergangenen Jahrhunderten die Natorper Wassermühle aufgebaut und in Betrieb gehalten wurde.
Eine Einkehr zum Kaffeetrinken im Schloss Opherdicke und ein anschließender Spaziergang im Schlossgarten rundeten diesen gemeinsam erlebten Nachmittag ab.
Initiatorin: Ursula Vondereck
© Gruppe GüT (Bezirk Dortmund)
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.