Die Orgelstadt Borgentreich in Ostwestfalen war am Samstag, 16.09.2023 Anlaufstelle für eine umfangreiche Exkursion unter der fachkundigen Führung des Organisten Edwin Heybutzki.
Orgelbauwerkstatt
Das Programm startete mit dem Besuch der Orgelbauwerkstatt Simon im Borgentreicher Ortsteil Muddenhagen. Seit 1969 wird hier der Orgelbau betrieben. Orgelbaumeister Bernd Simon gab Einblick in seine Werkstatt und erklärte anhand von einigen Werkstücken und Exponaten, dass Orgelbau auch heute noch eine interessante handwerkliche Kunst ist, zu der man viel Geschick braucht. Beeindruckend war zu erfahren, dass eine einzelne Orgelpfeife aus vielen Einzelteilen besteht, die alle von Hand gefertigt und zusammengebaut (gelötet oder verleimt) werden; und bei einer Orgel mit zwölf Registern sind das dann etwa 800 Pfeifen. (Eine solche Orgel wiegt eine bis eineinhalb Tonnen).
Simon lieferte bisher weit über 100 Orgelneubauten, vor allem nach Ost- und Südwestfalen, Nordhessen und in den Raum Trier und Koblenz. Darüber hinaus exportierte er aber auch nach Norwegen, Polen und Luxemburg. Auch für einige Neuapostolische Kirchen wurden Orgeln in der Orgelbauwerkstatt Simon gefertigt, unter anderem für Ahlen, Castrop-Rauxel-Ickern (Orgel seit 2010 in Brühl), Bochum-Wattenscheid (seit 2019 in Trier), Dortmund-Hombruch, Dortmund-Marten, Duisburg-Walsum, Essen-Kray (jetzt in Gütersloh), Essen-Schonnebeck, Gelsenkirchen-Resse, Gummersbach, Hemer, Herten-Westerholt, Herne-Wanne-Eickel und Köln-Mühlheim. Neben dem Neubau von Orgeln werden umfangreiche Umbauten und Erweiterungen vorgenommen, z. B. für Essen-Mitte (momentan in Arbeit).
Siesta
Nach zweistündiger Besichtigung und vielen Erklärungen war es Zeit für eine Mittagspause im Landgasthaus Textor im nahegelegenen Trendelburg.
Orgelmuseum
Fortgesetzt wurde die Exkursion im ehemaligen Rathaus der Stadt Borgentreich, die übrigens seit 2012 den offiziellen Titel „Orgelstadt“ führt. In dem klassizistischen Gebäude von 1850 wurde 1980 das erste Orgelmuseum Deutschlands eröffnet. Viele Erklärungen beschreiben den Aufbau und die Funktionsweise einer Orgel. Und einige der vielen ausgestellten Exponate wurden von der Gruppe in Schwingungen gebracht.
St. Johannes Baptist und die Barockorgel
Die Besichtigung der größten Barockorgel Westfalens in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Borgentreich rundete das Programm ab. Diese historische Orgel ist aufgrund ihrer speziellen Bauweise die weltweit größte Springladenorgel und zählt somit zu den berühmtesten Denkmalorgeln Europas. Leider war ein Bespielen der Orgel an diesem Tag nicht möglich.
Initiatoren: Klaus Runte/Edwin Heybutzki
© Gruppe GüT (Bezirk Dortmund)
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