Sechs Interessierte wollten erfahren, wie eine simple Stahlbox die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Sie fanden sich dazu am Freitag, 05. September 2025 zu einer 90-minütigen informativen und kurzweiligen Führung unter dem Titel „Container - Die globale Box“ am Schiffshebewerk in Waltrop ein.
Hintergrund
Der amerikanische Unternehmer Malcom McLean hatte überlegt, wie man Transporte effizienter durchführen könnte und schickte 1956 erstmals ein Schiff mit Containern auf die Reise.
Niemand ahnte damals, dass diese simple Box sowohl das Transportwesen als auch die gesamte Weltwirtschaft innerhalb von wenigen Jahrzehnten dramatisch verändern würde. Der Container wurde zum Symbol der Globalisierung.
Standardisierung
Doch der Reihe nach: Bei der Führung wurde veranschaulicht, dass es zunächst entscheidend war, gemeinsam einheitliche Maße und Befestigungssysteme zu finden, damit die Box weltweit auf Schiffe, Lkws und Züge verladen werden konnte. Denn ohne genormte Standardmaße wäre die Globalisierung mit ihren eng verzahnten Lieferketten nicht möglich geworden.
Container als Globalisierungsbeschleuniger
Anhand der ausgestellten Exponate wurde erklärt, dass viele der Gegenstände, die von uns heute gekauft werden, weltweit per Container transportiert werden. Eine ausgefeilte Logistik von Speditionen, Reedereien und Terminals wirken wie Zahnräder ineinander. Und der Containerverkehr hat die Transportkosten so radikal verbilligt, dass sie heute in den Kalkulationen nur noch eine marginale Bedeutung haben. Das war auch die Voraussetzung für den Aufstieg Asiens. Schaubilder verdeutlichten, dass weltweit die größten Containerhäfen mittlerweile in China und Taiwan beheimatet sind. Die in Südkorea gebaute „Hamburg Express“ ist eines der größten Containerschiffe weltweit und kann 23660 Zwanzig-Fuß-Container transportieren.
Container in der Architektur und der Kunst
Container werden nicht nur als Transportmittel genutzt. Am Oberwasser des Schiffshebewerks wurde in der Ausstellung gezeigt, wie sie als Module im alltäglichen Leben eingesetzt werden. Beispielhaft wurde dazu ein fünfstöckiges Gebäude, das aus 15 Containern entstanden ist, gezeigt. Und selbst in der Kunst und im Film setzt man Container als Gestaltungselemente ein.
Kritische Aspekte
Bei der Führung wurde natürlich auch auf negative Auswirkungen des weltweiten standardisierten Transports hingewiesen: Armut und Ausbeutung sowie Kinderarbeit in den Ländern der Dritten Welt, Schmuggel- und Drogenkriminalität, Schiffspiraterie und Blockierung von Handelswegen sowie die Belastung der Umwelt waren nur einige der angesprochenen Themen.
Gemütlicher Ausklang nach der Führung
Bei der anschließenden Einkehr im Restaurant Kortmann am „Alten Hebewerk" war bei ausgezeichneter Bewirtung reichlich Zeit zum Austausch, – nicht nur über „Container – Die Globale Box“.
Initiator: Klaus Runte
© Gruppe GüT (Bezirk Dortmund)
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