Mehr als 30 Personen trafen sich am 12. Dezember 2024 vor der Dortmunder Synagoge an der Prinz-Friedrich-Karl-Straße, um sich über jüdisches Leben in Dortmund zu informieren.
Zuerst versammelten sich die Teilnehmer in einem großen Saal. Dort begrüßte Frau Broner die Gruppe und sprach anschaulich über ihren Alltag als Jüdin in Dortmund. Sie berichtete aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Dortmund und beantwortete zahlreiche Fragen der Besucher.
Zur jüdischen Gemeinde in Dortmund und näherer Umgebung zählen zurzeit etwa 3.000 Mitglieder. Vor dem Holocaust lebten sehr viele Juden in Dortmund, die über eine prächtige Synagoge verfügte. Diese stand auf dem Vorplatz des jetzigen Opernhauses und wurde im Jahre 1938 von den Nazis zerstört. In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts lebten nur etwa 50 Juden in Dortmund. Im Jahre 1956 wurde die jetzige Synagoge erbaut und erhielt in den letzten Jahrzehnten eine Reihe von Anbauten. Einen enormen Zuwachs verzeichnet die jüdische Gemeinde seit etwa 20 Jahren durch den Zuzug von osteuropäischen Juden, vor allem aus Russland und der Ukraine.
Eine Besonderheit ist ein jüdischer Kindergarten, in den auch nichtjüdische Kinder aufgenommen werden können. Zurzeit entsteht in einem Anbau eine jüdische Grundschule.
Bevor die Gruppe von Frau Broner in die eigentliche Synagoge geführt wurde, erhielt jeder Mann eine Kippa. Das Tragen einer Kippa soll ein Zeichen von Respekt sein, um nicht zu vergessen, dass Gott über allem ist.
Im schlichten Innenraum fällt zuerst die große hebräische Schrift an der Vorderwand auf: Texte von Psalmen sind der Inhalt. Die Plätze in den Bankreihen sind mit Namen oder Nummern beschriftet, denn jeder hat seinen bestimmten Platz und kann seine Gebetbücher in einem hölzernen verschließbaren Kasten vor dem Sitzplatz aufbewahren. Frauen sitzen auf der Empore. An einer Seitenwand sind viele Namensschilder mit Geburts- und Sterbedaten angebracht, um an Verstorbene zu erinnern.
Als Höhepunkt der Führung öffnete Frau Broner den Thora-Schrein und zeigte der Gruppe etliche prächtig verzierte Thorarollen: jede einzelne ist ein besonderer kostbarer Schatz der jüdischen Gemeinde, aus denen in den Versammlungen vorgelesen wird. Instrumentalmusik ist in der Synagoge nicht vorgesehen, allein die menschliche Stimme soll erklingen.
Viele Fragen und Antworten verlängerten die vorgesehene Zeit von 90 Minuten. Es war sehr beeindruckend, vom jüdischen Leben in Dortmund Interessantes zu erfahren.
Nach der Führung kehrte ein großer Teil der Gruppe im Café “Auszeit” an der Kaiserstraße. ein. Trotz Anmeldung war der Wirt überrascht von den vielen Besuchern, organisierte jedoch unter Mithilfe der Teilnehmer eine lange Tischreihe für den Verzehr bei munteren Gesprächen.
Initiator: Heinz Helmut Bussemas
© Gruppe GüT (Bezirk Dortmund)
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